Zölleche Öllege 1879 e.V.
 

Über uns Öllege

 „Zölleche Öllech un Botzebart han Kaiser Karl gesund jemat“

Diesen historischen Spruch haben unsere Gründerväter im Sinn gehabt, als sie 1910 die bereits bestehenden Gesellschaften „Humor“ und „Mehr hahlen et uhs von 1879" zusammengeführt haben. Die neu entstandene Gesellschaft nannten sie "Zölleche Öllege".

Um etwas Licht ins historische Dunkel zu bringen, hat Hans-Gerd Dick, seines Zeichens Historiker und Kulturreferent der Stadt Zülpich, versucht diesen Spruch zu ergründen:

„Öllech“ (Einzahl), oder „Öllege“ (Mehrzahl) sind im rheinischen (ripuarischen) Sprachgebrauch (Speise-) Zwiebeln. Sie enthalten antibakterielle und entzündungshemmende Wirkstoffe.

Botzebart ist vermutlich aus der Bezeichnung „Bocksebart“ entstanden. Hierbei dürfte es sich um den (Wiesen-) Bocksbart handeln, eine Heilpflanze, die bis heute in der Naturmedizin eingesetzt wird. Sie gilt als blutreinigend, schweißtreibend und regt die Harnbildung an.

Eine Mixtur oder ein Gebräu aus diesen Pflanzen ist Kaiser Karl der Sage nach verabreicht worden und hat ihn gesunden lassen.

Schwieriger wird es jetzt bei Kaiser Karl. Für Karl den Großen (747-814) haben Historiker detaillierte Bewegungsprofile erarbeitet, anhand derer seine Reiseaktivitäten gut nachvollzogen werden können. Demnach hat er sich einmal in Düren, aber nicht in Zülpich aufgehalten.

Gehen wir also noch etwas zurück. Karl Martell (ca. 690-741), der Opa von Kaiser Karl dem Großen, war nachweislich in Zülpich. Er hat in der Burg eine Urkunde besiegelt, in der die Gemeinde Elst Erwähnung findet, die bekannterweise bis heute mit Zülpich verschwistert ist. Karl Martell war aber nie Kaiser (des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation).

Vermutlich sind die beiden Karls legendenhaft miteinander verschmolzen worden, vor allem gilt für Karl den Großen, dass seine überlieferten Aufenthaltsorte gleich für mehrere Leben gereicht hätten.

Soweit die Ausführungen von Herrn Dick.

In der Hoffnung etwas Licht in die Dunkelheit der langen und traditionsreichen Zülpicher Geschichte gebracht zu haben und trotzdem noch genügend Raum für historische Spekulationen gelassen zu haben . . .

 

Robert Frings                                                                                              Zülpich im Mai 2019

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